| Einmal
Abstand nehmen
Text: Hermann Papenhoff (Talking
Blues) |
| Ich
dachte, ich müsste was anderes machen und
packte auch schon meine Sachen, nachdem
ich bei Tjärburgmann gebucht. Ich
hatte nicht lange ein Ziel gesucht. Das
Wichtigste war mir eigentlich, ein
Land zu finden, indem ich mich von
allem Ärger erholen könnte, indem
ich mir dort Ruhe gönnte. Den
ganzen Stress in dem Büro, die
Vorgesetzten sowieso, Telefon,
Akten, Kaffeetassen wollte
ich endlich hinter mir lassen. Und
auch von all den Anverwandten, von
meinen Freunden und Bekannten, von
aller Hektik, Kneipenszenen, wollte
ich einmal Abstand nehmen. |
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Nun
sind wir hier oben, fliegen geschwind, wir, die wir ohne Flügel sind, in einem Koloss aus Stahl
vereint, während der Adler im Fluge zu
stehen scheint. Das Geräusch der Turbinen,
Wolkenfetzen, die - wir scheinen zu stehen -
am Fenster lang hetzen. Es türmen sich in der Ferne wie
Zwerge oder auch Riesen die Wolkenberge. Plötzlich sind Wolkenberge ganz
nah, so nah, wie ich sie nie vorher
sah. Ich wollte, vielleicht könnt ihr
das verstehn, am liebsten auf ihnen spazieren
gehn, mich an sie schmiegen und sie
umfassen und mich von ihnen umschmeicheln
lassen. Vergessend all die Unbill im
Leben möchte ich immer mit ihnen
schweben. |
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Aus
meinen Gedanken - fast ahnte ich es - reißt
mich die Stimme der Stewardess. Ich
solle, so sagt sie auf englisch soeben, mich
anschnallen und das Rauchen aufgeben. - Dann
sind wir unten. Ein Rucken. Ein Dröhnen. Flügel
schwanken. Die Bremsen stöhnen. Und
schon umfängt mich Realität, die
da ist, auch wenn man ins Träumen gerät: Überfüllte
Cafes. Am Strand Leiberketten und
Lärmende
Autos. Menschenmengen, die
sich vor Souvenirläden drängen: Die
Hektik des Lebens holt mich wieder ein, von
der ich hoffte, entflohen zu sein. - Und
Ruhe, Entspannung - Geheimtips beim Buchen - werde
ich hier wohl vergeblich suchen. |