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AKW nee Text: Hermann Papenhoff (1986) Bumm
machte es in Harrisburg, Bumm
auch in Tschernobyl. Die
Amis sind wie auch die Russen mit
ihrer Technik nun am Ziel. Doch
ist von denen, muss man sagen, bis
heute keiner aufgewacht. Und
auch in Deutschland schläft man weiter. Hier
hat es ja noch nicht gekracht. Der
Minister sprach im Fernsehn lächelnd,
als sei nichts geschehn. Doch
kommen Strahlen lautlos und
man kann sie auch nicht sehn. Sie
durchdringen Mensch und Tier, nisten
sich im Boden ein, wirken
jetzt und Jahre später. Niemand
schätzt sie richtig ein. Atomkraftwerke
hier sind sicher, sagt
ihr. Wir wissen, dass ihr lügt. - Hier
kommt es nicht zum Super-GAU? Auch
ein GAU genügt. Viele
Menschen hat Tschernobyl hierzulande
aufgeschreckt. Kein
Wunder, denn allein in Russland sind
schon genügend dran verreckt. Wind
und Wolken trugen arglos den
versteckten Strahlentod über
Grenzen Richtung Westen, dass
er uns auch hier bedroht. Der
Minister sprach im Fernsehn lächelnd,
als sei nichts geschehn. Doch
kommen Strahlen lautlos und
man kann sie auch nicht sehn. Und
wie viele nach Verzehr von
Lebensmitteln erst nach Jahren mit
ihrem Leben zahlen müssen, wird
man vielleicht nie erfahren. Atomkraftwerke
hier sind sicher, sagt
ihr. Wir wissen, dass ihr lügt. - Hier
kommt es nicht zum Super-GAU? Auch
ein GAU genügt. Wollt
ihr denn so lange warten, bis
einst unsre Welt trotz
Abbaus dieser Halbwertszeiten ganz
in sich zusammenfällt? Wir
hätten jetzt schon eine Lösung und
die kautet knapp: Schaltet,
ehe es zu spät ist, die
Atomkraftwerke ab. |
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